Die norwegische App Holdstudent belohnt Schüler und Studierende – Wenn sie das Handy weglegen

Die norwegische App Holdstudent belohnt Schüler und Studierende – Wenn sie das Handy weglegen

Prämien für Verzicht auf permanenten Smartphone-Konsum

Ständige Kommunikation macht süchtig. Weder Whatsapp noch Facebook, E-Mails oder „Pokemon“. Funkstille, Smartphone-Pause. Für Viele ist das ein Problem. Laut Untersuchungen verbringen durchschnittliche Nutzer zwei Stunden täglich am Smartphone, junge Menschen noch mehr; rund 200 Mal pro Tag blicken viele Display. Über die Auswirkungen dieses konstanten Konsums wird kontrovers diskutiert. Einigkeit herrscht aber darüber, dass das Smartphone die Konzentration beeinträchtigt. Mehrere US-Studien haben bei Studierenden einen Leistungsabfall gemessen, wenn diese ihr Smartphone auf dem Pult hatten, und eine Untersuchung zeigte, dass es nach dem Griff zum Handy rund 20 Minuten dauerte, bis die Probanden wieder ihre volle Konzentration erlangten.

Eine norwegische Firma hat eine Lösung für das Problem entwickelt – im Smartphone selbst. Mit der App Hold können Nutzer Punkte sammeln, wenn sie ihr Handy nicht beachten: Die App beginnt zu zählen, sobald der Bildschirm gesperrt ist. Dies funktioniert nur auf dem Hochschul-Campus und an Schulen. Der Sinn ist, dass die Jungen ihr Handy während der Studien- und Unterrichtszeit weglegen. Für jeweils 20 Minuten am Stück ohne Smartphone-Aktivität gibt es einen Belohnungspunkt. Die Punkte können gegen Prämien von über 30 beteiligten Firmen getauscht werden. So machen etwa eine Kiosk-Kette, Telekommunikationsfirmen, eine Airline und eine Bank mit. Im Angebot sind Getränke, Snacks, Kinotickets oder auch die Chance, ein kleines Stipendium zu gewinnen. Zudem besteht die Möglichkeit für wohltätige Zwecke zu spenden.

Neue Variante der Verbindung von Online- und Offline Marketing

Die Idee der jungen Norweger ist eine neue Variante im Marketing-Mix und eine Chance für Unternehmen Nutzer wieder mehr zu Offline-Konsulemten werden zu lassen. Besonderst interessant für Produkte, die sich online sehr schlecht vermarkten lassen. Schokoriegel oder eine frisch zubereitete Pizza sind nur die offensichtlichsten Produkte. 

Inzwischen über 120.000 Nutzer

Im Jahr 2016 in Norwegen lanciert, erreicht die App heute laut Angaben der Entwickler 40 Prozent der norwegischen Studierenden und insgesamt über 120.000 Nutzer. Verfügbar ist sie auch in Dänemark, Schweden und seit neustem an britischen Universitäten. Maths Matisen hat die App mit zwei anderen Norwegern entwickelt, als sie selber Studierende an der Business-School in Kopenhagen waren. Mittlerweile ist das Team auf über 12 Mitarbeiter gewachsen. Statt eines Systems der Bestrafung für permanente Smartphone-Nutzung hätten sie ein Konzept mit Prämien geschaffen, erklärt Matisen. Diese seien von eher kleinem materiellem Wert, die Teilnahme brauche Selbstüberwindung, aber das Ganze habe neben dem offensichtlichen Nutzen auch etwas Spielerisches.

Online auch während der Schulstunden

Dort findDie Entwickler von Hold hoffen, dass ihre App das Bewusstsein schärfen und zu einer Verhaltensänderung beitragen kann – auch als Alternative zum Verbot von Smartphones, wie es viele Schulen aussprechen. Die dänische Bildungswissenschafterin Dorte Aagaard spricht in diesem Zusammenhang von der „pädagogischen Herausforderung Nummer eins“. Durch die Smartphone-Nutzung werde die Fähigkeit des Gehirns, Wissen zu speichern, laufend beeinträchtigt. Eine dänische Studie mit 2.700 Gymnasiasten ergab, dass rund ein Drittel der Befragten in den Schulstunden online ist – und dies meist ohne Bezug zum Unterricht. Konzentrationsschwierigkeiten und Stresssymptome waren bei diesem Drittel der Befragten am ausgeprägtesten.

Hier geht es zur Website der App Hold. Dort finden Sie auch die aktuellen Links für Apple & Android.

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